Nachhaltige Aussaat

Um eine erfolgsversprechende Aussaat durchzuführen, benötigt es Grundwissen über Samen, Erde und Bewässerung. Außerdem haben wir Tipps zusammengestellt, worauf du beim Kauf für nachhaltige Aussaat-Produkte achten kannst.

Samenfestes Saatgut

Der Großteil der heute angebauten Samensorten sind Hybridzüchtungen, welche durch Kreuzungen im Labor entstehen. Diese erzielen höhere Erträge und weisen eine einheitliche Qualität auf. Doch großer Nachteil ist, dass Hybride nicht für den Wiederaufbau genutzt werden, da Folgegenerationen qualitativ schlechter sind.

Die nachhaltige Variante ist samenfestes Saatgut. Pflanzensamen dieser Aussaat können geerntet werden und haben in der Regel den gleichen Ertrag. Im Supermarkt oder Baumarkt ist es eher schwer zu finden. Es muss eindeutig „samenfest“ auf der Verpackung vermerkt sein. Einiges Bio-Saatgut ist samenfest. (Quelle 1)

Vor- und Nachteile von samenfestem Saatgut

  • Vorteile:
    • lassen sich zuverlässig vermehren
    • reine Sorten erhalten die Diversität, was dabei helfen kann neue robuste Sorten zu schptzen, die bspw. mit neuen klimatischen Bedingungen zurecht kommen
    • in der Regel nicht gentechnisch modifiziert
    • reift (im Gegensatz zu Hybridsaatgut) meist nicht gleichmäßig, Ernte erfolgt über längeren Zeitraum und man verbraucht nicht gleich alles
  • Nachteile:
    • weniger resistent gegen Krankheiten
    • findet in Gartencentern und Baumärkten nur wenig bis gar kein samenfestes Saatgut 

(Quelle 2)

Unterschied Samenfest und Hybride

Elterngeneration

  • Samenfeste Eltern haben immer ähnliche Merkmale.
  • In der Zucht der Hybride werden versch. Merkmale (Größe, Optik) gekreuzt.

Erste Tochtergeneration (F1)

  • Samenfeste haben „normale“ Größe.
  • Hybridpflanzen sind oft schön groß und optisch perfekt geformt.

Zweite Tochtergeneration (F2)

  • Samenfeste ist wie in F1.
  • Bei den Hybridpflanzen erntet man jetzt deutlich kleinere, krumme oder gar keine.

Samen ist nicht gleich Samen

Schon bei der Aussaat, muss man darauf achten, wie man aussät. Man unterscheidet folgende Samen-Arten:

  • Lichtkeimer:
    • dürfen nach der Aussaat nicht mit Erde bedeckt werden, streut Samen einfach auf Erde
    • darunter zählen u. a.: Dill, Kümmel, Akelei, Sonnenhut, Löwenmäulchen
  • Dunkelkeimer:
      • Samen werden mit Erde abgedeckt
      • darunter zählen u. a.: Rittersporn, Kapuzinerkresse, Stiefmütterchen, Stockrose, Feldsalat, Borretsch, Bechermalve, Kürbis
  • Kaltkeimer
    • Samen sprießen nur, wenn es zuvor richtig kalt, am besten frostig war
    • darunter zählen u. a.: Stauden wie die Christrose, Pfingstrose, Schlüsselblume, viele heimische Gehölze

(Quelle 3)

Wann erfolgt die Aussaat?

Wann ein Samen am besten für die Aussaat geeignet ist, findet man direkt auf der Samenverpackung bzw. durch die Nutzung eines Aussaatkalenders. Solche Kalender findet man bspw. im Internet. Hier haben wir eine kleine Übersicht für euch (Quelle 3,4)

Arten- und Sortenvielfalt unterstützen

Zunehmend wird die Wahl der Pflanzen immer einheitlicher und eintöniger. Für das nachhaltige Gärtnern ist diese Pflanzenmonotonie allerdings ungeeignet, denn sie trägt zum Verlust der biologischen Vielfalt bei. Weltweit sind ungefähr 37.000 Tier- und Pflanzenarten bedroht. Davon sind besonders Insekten stark betroffen, der artenreichsten Tierklasse der Welt mit über einer Million verschiedener Arten. Grund für den Rückgang der Arten sind u. a. ungenügende Nahrung und fehlender geschützter Lebensraum. (Quelle 5)

Folgende Blumen- und Pflanzenarten bieten u. a. optimale Bedingungen für Insekten (Quelle 6):

Heimischen Wildblumen
(bspw. für Bienen, Hummeln):

  • Wiesensalbei
  • Wilde Malve
  • Rainfarn
  • Wegwarte
  • Wilder Majoran
  • Kugelblume
  • Mädesüß
  • Natternkopf
  • Nachtkerze
  • Gewöhnliche Nachtviole
  • Moschusmalve
  • Wiesenwitwenblumen
  • Rundblättrige Glockenblume
  • Gelbes Sonnenröschen
  • Pechnelke
  • Kornrade
  • Winterling
  • Veilchen

Kräuterbeet
(insektenfreundlich u. zum Verzehr):

  • Bärlauch
  • Schnittlauch
  • Dill
  • Salbei
  • Minze
  • Zitronenmelisse

Heimische Wildrosen
(langlebiger und widerstandsfähiger):

  • Hundsrose
  • Zimtrose
  • Essigrose
  • Bibernellrose

Ressourcenschonende Bewässerung

Für die Bewässerung kann man Regenwasser oder abgekühltes Kochwasser verwenden. (Quelle 5)

Torffreie Erde verwenden

Die Erde für die Ansaat sollte kein Torf enthalten. Denn der Abbau von Torf findet in den Hochmooren statt. Diese sind Kohlenstoffspeicher und tragen somit zur Klimaregulierung bei. In der Regel ist dabei nur Bio-Gartenerde torffrei. Die meisten Garten- und Baumärkte führen allerdings hauptsächlich Produkte mit Torfanteil. Denn Torf hat die Eigenschaft viel Wasser zu speichern und schnell Humus anzureichern.

Weitere umweltfreundliche Alternativen sind beispielsweise Rindenhumus, Holzfasern oder Grünschnittkompost. (Quelle 5)

Magst du es deine Pflanzen und Blumen selbst auszusäen? Und wenn ja, hast du schon auf mehr Nachhaltigkeit dabei geachtet? Erzähle uns gern deine Erfahrung.

Quellenangaben

Quelle 1: https://www.denns-biomarkt.at/wissenswertes/bio-wissen/querbeet/samenfestes-saatgut/#:~:text=Samenfest bedeutet%2C dass die Pflanzensamen,ausgerichtet%2C wie zum Beispiel Widerstandsfähigkeit
Quelle 2: https://utopia.de/ratgeber/samenfestes-saatgut-das-steckt-dahinter/
Quelle 3: https://www.frankskleinergarten.de/nachhaltig-aussaeen-das-musst-du-wissen/
Quelle 4: https://www.compo.de
Quelle 5: https://utopia.de/ratgeber/nachhaltig-gaertnern-das-kannst-du-alles-beachten/
Quelle 6: https://utopia.de/ratgeber/insektenfreundlicher-garten-so-unterstuetzt-du-die-artenvielfalt/

Stand März 2022 

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